Onlinerechte für Beschäftigte - Überwachung am Arbeitsplatz
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Kontrolle am Arbeitsplatz
Globale digitale Kluft überwinden

"Digitale Brücke" startete in Berlin

Das weitere Abkoppeln der Entwicklungsländer von der globalen Informationsgesellschaft will der im Juni 2002 gegründete Verein „Digitale Brücke“ verhindern. In einer gemeinsamen Tagung mit dem Verbundkolleg Informationsgesellschaft der Alcatel SEL Stiftung für Kommunikationsforschung diskutierten am 17. März in Berlin Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft die Probleme und Wege aus der digitalen Kluft.

Die Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) bieten Entwicklungsländern die Chance zu einer verbesserten Versorgung mit Basisleistungen. Beispiele nannte Olivier Baujard, Vice President, Corporate Strategy, Alcatel S.A. So können in ländlichen Gesundheitsstationen oder Cafes Informationen über die Gesundheit von Kindern oder Patienten an weit entfernte Ärzte in den Städten per Internet weitergegeben werden. Die Ärzte können Online die Diagnose stellen. Damit kann das wenige medizinische Personal wesentlich schneller mehr Menschen erreichen. Als weiteres Bespiel nannte er Kleinbauern, Farmer und Transporteure, die sich online die aktuellen Marktpreise für Erntegüter besorgen. Auch die Fischerei kann profitieren, denn hier gehe es um Preise und einen schnellen Transport.

Shafika Isaacs (Exekutivdirektorin von „SchoolNet Africa“, Südafrika) machte darauf aufmerksam, dass es viele sinnvolle Projekte und erste Fortschritte in Südafrika gebe, die Netzbereitschaft und -anbindung zu verbessern. Jedoch seien es Pilotprojekte und blieben Luftschlösser, wenn es nicht gelinge, die Flächenanbindung zu verbessern. Beispielsweise habe ein Pilotprojekt 10 Schulen ans Netz gebracht. Doch es warten 7000 Schulen und 42,8 Millionen Kinder. Dies sei nur mit Hilfe internationaler Partnerschaften zu schaffen.

ver.di unterstützt die Initiative „Digitale Brücke e.V.“. Die Ideale der internationalen Solidarität seien im Zeitalter der Globalisierung wichtiger den je, erläuterte Lothar Schröder (Bundesvorstand ver.di, Beirat Digitale Brücke e.V.) ver.di sei national und international bemüht, digitale Benachteiligungen abzubauen, z.B. mit Hilfe der Kampagne „Online-Rechte für Beschäftigte“ sowie dem Projekt „int.unity“ (Gewerkschaften tauschen sich im Netz aus und werden dabei durch eine automatische Sprachübersetzung unterstützt (http://www.intunity.org). Lothar Schröder: „Uns geht es dabei nicht um Technik, sondern um den Zugang zu Wissen. ver.di werde ihren Teil beitragen und ihre engen Beziehungen zur IKT-Branche nutzen.

Michael Hofmann vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erläuterte die Ziele der Entwicklungspolitik: 1. Den Anteil der Menschen, die weniger als einen Dollar zum Leben haben oder hungern halbieren, 2. Bildung für alle, 3. Gleichstellung und gleiche Chancen für Frauen, 4. Reduzierung der Kindersterblichkeit, 5. Sterblichkeitsrate von Müttern reduzieren, 6. Bekämpfung von Krankheiten wie HIV und Malaria, 7. nachhaltige Umweltentwicklung und 8. zu neuen Partnerschaften kommen (Marktöffnung, Marktchancen, Handel).

„Die Kluft zwischen Arm und Reich wurde in der New Economy noch größer“, attestierte Martin Lutz (Beauftragter für Entwicklungspolitik, Auswärtiges Amt, Deutscher Vertreter in der UN ICT Taskforce mit z. Zt. 45 Mitgliedern: Vertreter von Staat, internationalen Organisationen, Privatwirtschaft und Nicht-Regierungsorganisationen).

Ihre Erwartungen und Positionen zum Weltgipfel über die Informationsgesellschaft (WSIS: World Summit on the Information Society) diskutierten anschließend Shafika Isaacs, Dr. Jeanette Hofmann (Wissenschaftszentrum Berlin), Axel Plathe (UNESCO Paris) und Peter Michael Rügner (Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit). Shafika Isaacs blickt auf den Weltgipfel mit gemäßigtem Optimismus. Ziel sei es, dafür zu sorgen, dass die verschiedenen Stimmen gehört werden. Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) werde ihre Rolle als Katalysator wahrnehmen, so Axel Plathe. Die Wissensweitergabe stehe im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Die UNESCO entwickelt aber auch Veranstaltungen, gehe Bündnisse ein und mobilisiere Partner (mehr als 350 Nichtregierungsorganisationen sowie 26 Stiftungen sind als offizielle Partner anerkannt). Jeanette Hofmann wies auf das Spannungsfeld zwischen Globalisierung und bisherigen nationalstaatlichen Regelungen hin. Die Bürger seien in den internationalen Gremien nicht vertreten. Die Legitimationsketten würden immer länger. So lange es keine Regelungen gebe, hänge es vom guten Willen der Regierungen ab, inwieweit zivile Gruppen an Entscheidungen teilnehmen. Trotz aller Hürden waren sich alle einig, den WSIS nutzen und seine Chancen ergreifen zu wollen.

Die erste Phase des Weltgipfels findet vom 10. bis 12. Dezember 2003 in der Schweiz statt. Die Schirmherrschaft hat die ITU (Internationale Fernmeldeunion). An der Veranstaltung nehmen Staats- und Regierungschefs, Medien und Zivilpersonen teil. Das Ziel der Veranstalter ist eine „gemeinsame Vision und ein gemeinsames Verständnis zur Entwicklung der Informationsgesellschaft“. Im Jahr 2005 soll in Tunis der zweite Teil des Weltgipfels stattfinden.

Über das Ganesha Projekt des Vereins „Digital Bridges“ (gehört nicht zum Verein „Digitale Brücke“, auch wenn die Namen dies vermuten ließen) berichtete die Vorsitzende Waltraud Böttcher. Das Projekt unterstützt Schulkinder in Nepal. Es gibt ihnen die Chance, den Umgang mit Computern zu lernen und dieses Wissen weiterzugeben. Die Hilfe zur Selbsthilfe soll Alternativen zum Schulabbruch und zur Kinderarbeit eröffnen.
(Marion Lühring)


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